E-Paper - 10. Juli 2019
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Museumsquartier «Unsere Enttäuschung ist sehr gross», sagt Beatrice Heilig von der «IG Museumsquartier». Rund anderthalb Jahre dauerten die Gespräche mit der Pensionskasse des Kantons St.Gallen, der das Grundstück an der Hadwigstrasse gehört. Verschiedene Lösungen wurden diskutiert, doch alle wurden wieder verworfen, da es keine Einigung gab. Zuletzt scheiterten die Pläne der IG, die Wiese zu kaufen. «Die Preisvorstellungen waren für uns nicht nachvollziehbar und lagen schliesslich weit auseinander. Aber es ist natürlich auch klar, dass die Pensionskasse andere Interessen für das Grundstück hat», so Heilig weiter.

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Die Fussballwiese bleibt

Die Pensionskasse plant nämlich Alterswohnungen auf der Wiese zu bauen. «Wir wollen bewusst keine Büros hinstellen. Rundherum ist Wohngebiet, allerdings fehlen vielen Bauten im Museumsquartier beispielsweise Lifte. Mit den Wohnungen, die wir geplant haben, wollen wir älteren Leuten ermöglichen, dass sie in ihrem Quartier bleiben können», sagt Philipp Zünd von der Pensionskasse. Das Quartier habe trotzdem noch genug Grünfläche und ausserdem wolle man gar nicht die ganzen Parzellen überbauen. «Die Spielwiese bleibt dem Quartier immer noch erhalten», so Zünd weiter.

Etwas fürs Quartier

Über Jahrzehnte haben der Kanton St.Gallen, und seit der Ausfinanzierung 2013, die Pensionskasse die Wiese den Anwohnern zur Verfügung gestellt und so wurde sie zum Herzstück des Quartiers. «Man trifft sich hier zum Spielen, Feiern und Grillieren. Wir bedauern, dass Familien nun wegziehen», so Heilig. Dass dies passieren wird, glaubt Zünd jedoch weniger: «Wenn wir den älteren Leuten eine neue Wohngelegenheit im Quartier anbieten, werden gleichzeitig Wohnungen für Familien frei. Wir wollen nicht einfach bauen, damit wir gebaut haben, sondern es geht uns darum, dem Quartier etwas zu bieten, dass es noch nicht hat.»

Volksinitiative geplant

Obwohl die Gespräche zwischen allen Beteiligten immer respektvoll gewesen seien, bedauert die IG das Auftreten der Stadt: «Sie hat uns wenig Spielraum geboten. Es sollte im öffentlichen Interesse liegen, dass die Grünfläche bestehen bleibt», sagt Heilig. Zünd entgegnet dazu: «Die Stadt hat stets dafür gesorgt, dass die Verhandlungen ernsthaft geführt werden konnten. Wir haben die Unterstützung sehr geschätzt.»

Bei der IG bleibt jedoch nicht nur die Enttäuschung. «Wir sind weiterhin in kämpferischer Stimmung. Wir werden alle Mittel nutzen, die uns zur Verfügung stehen», sagt Heilig. Damit meint sie eine Volksinitiative mit der Forderung, dass die Wiese in die Grünzone umgeteilt wird. Die Pensionskasse ihrerseits wird nun jedoch ihr ursprüngliches Vorhaben weiterverfolgen und plant als ersten Schritt, im Varianzverfahren Projektstudien zu erhalten.

St.Galler Nachrichten vom Mittwoch, 10. Juli 2019, Seite 32 (7 Views)

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