E-Paper - 10. Juli 2019
St.Galler Nachrichten
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Öffentlicher Verkehr «Die Bürde des Fahrplanwechsels 2019 wiegt nach wie vor schwer», sagt Remo Daguati, Geschäftsführer des HEV St.Gallen. Der ÖV in der Stadt sei momentan derart unattraktiv, dass alle Quartiere leiden. «Vor allem das S-Bahn-Konzept ist unbefriedigend», sagt er weiter. Nun ist die Fahrplangestaltung für das kommende Jahr bekannt geworden. Für den HEV St.Gallen sind keine Verbesserungen zum Vorjahr festzustellen.

S-Bahn aufstocken, Buslinien entschlacken

Er argumentiert, dass einzelne Stadtbahnhöfe im Westen der Stadt über weite Tagesabschnitte nur im Stundentakt bedient werden und die meisten dieser Verbindungen mit grossen Wartezeiten beim Umstieg auf den Fernverkehr verbunden sind. «Es kann nicht sein, dass man lieber bis nach Gossau mit dem Auto fährt, um dort auf den Fernverkehr umzusteigen, nur weil die S-Bahnen in den Quartieren eine derartige Katastrophe sind», sagt Daguati. Handkehrum bestünde ein Überangebot an Buslinien. Gerade zu Stosszeiten würden die Busse die Strassen der Stadt geradezu blockieren.

Wichtig sei deshalb nun, dass man die vorhandenen Infrastrukturen besser nutze: «Es wäre gut, wenn man bei den Buslinien entschlacken und diese Mittel dafür für die S-Bahnen nutzen würde», so Daguati.

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«Es braucht kein Bus, der quer von Wittenbach bis nach Abtwil fährt. Solche Passagierströme müssen über die S-Bahnen geleitet werden», sagt er weiter. Für den HEV St.Gallen ist klar, schlaue Lösungen müssen zügig kommen, ansonsten leidet St.Gallen als Dienstleistungs- und Wohnstandort weiter. Er hat die Anträge, die er bereits im Vorjahr beim Kanton eingereicht hat, erneut gestellt. «Sie haben unverändert Gültigkeit.»

Verbesserungspotentiale erkannt

Die Anträge wurden vom Kanton beziehungsweise von den Transportunternehmen bereits 2019 geprüft: «Wir prüfen immer alle eingereichten Anträge. Jene, die technisch und finanziell umsetzbar waren und den Zielen des Kantons entsprachen, wurden auch umgesetzt», betont Patrick Ruggli, Leiter des Amts für öffentlichen Verkehr des Kantons St.Gallen. Durch die Rückmeldungen habe man im gesamten Kanton Optimierungen zugunsten der Kunden durchführen können. Allerdings räumt er ein, dass besonders bei Bahnangeboten Änderungen schwieriger zu realisieren seien, da dort die Federführung beim Bundesamt für Verkehr liege.

Dennoch: «Steigende Nutzerzahlen bei Bahn und Bus zeigen, dass der öffentliche Verkehr im Kanton und in der Stadt St.Gallen einem Bedürfnis entspricht und grundsätzlich kundengerecht geplant ist», so Ruggli. Man habe jedoch die Probleme bei den zeitlichen Abständen der S-Bahn-Abfahrten in Winkeln und Bruggen erkannt. «Eine Lösung dafür wurde in den vergangenen Jahren intensiv diskutiert, liegt aber nicht ohne weiteres auf der Hand.»

Die erneut eingereichten Anträge des HEV St.Gallen habe man bereits aufgenommen. «Die SBB prüft diese nun detailliert und schätzt den Bedarf an neuer Infrastruktur ab. Resultate sollten bis Ende August vorliegen. Falls der HEV konkrete Lösungsvorschläge kennt, sind wir sehr an diesen interessiert», so Ruggli.

St.Galler Nachrichten vom Mittwoch, 10. Juli 2019, Seite 3 (8 Views)

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