E-Paper - 12. Juni 2019
Gossauer Nachrichten
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«Wie Funke bringt auch Caviezel seine eigenen Apparaturen am Samstag mit», erklärt Ullmann, schliesslich ist die Schulküche nicht auf die molekulare Kochweise ausgerichtet. Die Kursteilnehmer seien am ersten Event fasziniert gewesen und hätten sich sehr interessiert gezeigt. «Und auch für Tobias war es eine wertvolle Erfahrung, denn während er als Chef im Restaurant den anderen Köchen klare Aufträge erteilen kann, musste er bei uns immer wieder Fragen beantworten, Arbeitsschritte kontrollieren und Hilfestellungen leisten», erinnert sich Ullmann. Funke habe gespürt, wie aufwändig solche Kurse sind, habe aber bereits angekündigt, wiederzukommen. Das trifft sich gut, denn Ullmann möchte den Kurs nun jedes Semester anbieten. Allerdings nur noch mit jeweils zwölf Teilnehmern, denn 16 seien eigentlich zu viel, doch man habe niemanden ablehnen wollen. Dank einer guten Durchmischung der verschiedenen Altersstufen und der Mithilfe der erfahreneren Schülern klappe es trotzdem ganz gut.

Produkte erleben

Als gut beurteilt Ullmann auch das Niveau der Schüler - nicht nur im freiwilligen Kurs, sondern auch generell im Unterricht. Viele seien schon sehr gut und würden eben auch Zuhause kochen. «Wenn sie dann sagen, Zuhause machen wir es so oder so, bin ich nicht stur», erklärt Ullmann und führt als Beispiel eine Crèmeschnitte an. Natürlich gehörten Blätterteig, Zuckerguss und die Crème dazu, doch beim Arrangement dürfe man doch durchaus kreativ sein. Die Flexibilität fehle seiner Meinung nach oft im Koch-Schulunterricht. Zu starre Anweisungen würden jedoch die Freude am Kochen verderben und damit kontraproduktiv wirken. «Die einzige Bedingung bei mir ist: Es muss für alle essbar sein», so Ullmann. Die kulturpessimistische Sichtweise, die jungen Leute würden kaum mehr ein Gemüse oder eine Frucht mit Namen kennen, teilt der Hauswirtschaftslehrer nicht. «Wir haben einen eigenen Kräuter- und Schulgarten. So sehen die Jugendlichen die Produkte und lernen sie kennen.» Natürlich lehre man auch Theorie zu den Lebensmitteln, aber die Produkte selbst zu erfahren sei wesentlich nachhaltiger als zu jedem Kraut ein Arbeitsblatt abzugeben, so Ullmanns Überzeugung.

Gossauer Nachrichten vom Mittwoch, 12. Juni 2019, Seite 3 (9 Views)

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