E-Paper - 29. Mai 2019
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«Schülerinnen und Schüler stärker als zuvor in ihrer Kreativität, Eigenständigkeit und Initiativkraft stärken»

Die Steinerschule stellt neue Weichen in Oberstufe & IMS

Mit Beginn des neuen Schuljahrs wird an der Rudolf-Steiner-Schule ein neues Unterrichtsmodell eingeführt. Den Stein des Anstosses dafür gaben die Schülerinnen und Schüler selbst.

Wer heutzutage mit offenen Augen die Kinder und Jugendlichen wahrnimmt, stellt sofort fest, dass Frontalunterricht und breite Einzelwissensvermittlung die jungen Menschen nicht mehr motiviert und ihnen die Neugierde am Lernen nimmt. Die Jugend von heute fordert den Welt- respektive Praxisbezug und die Sinnhaftigkeit im Lernen. Sie wollen ihre eigenen Antworten auf ihre Fragen finden und sich mit Dingen beschäftigen, die in ihrem Leben relevant sind.

Die Waldorfpädagogik mit ihrer 100-jährigen Geschichte und ihrer Vielfalt bildet nach wie vor die Grundlage dieses Konzepts, erweitert und bereichert durch das zukunftsweisende Potenzial, das in ihr steckt. So wird der Epochenunterricht, der sich drei Wochen lang in den ersten zwei Unterrichtsstunden intensiv mit einem Unterrichtsfach befasst, beibehalten, um alle kognitiven Fächer abzudecken. Auch der breite Fächerkanon in den anderen Lerngebieten wie z.B. Kunst, Musik, Werken, Gartenbau und Handarbeit wird nach wie vor angeboten.

Mehr Raum

Neu wird sein, dass in einzelnen Unterrichtssegmenten jahrgangs- und fächerübergreifend unterrichtet wird, was mehr Vielfältigkeit, Lebendigkeit und vernetztes Denken in den Unterricht bringt.  Ausserdem wird mehr Raum für eigenständiges Arbeiten während des Schultages eingeräumt, in dem unter anderem Hausaufgaben erledigt werden können oder Lernstoff weiter vertieft werden kann. Damit werden den Schülerinnen und Schülern Freiräume für Ihre Hobbies und Interessen nach der Schule ermöglicht ein Gesichtspunkt, der immer wieder von den Jugendlichen angemahnt wird und der für die Persönlichkeitsentwicklung ebenso relevant wie Schule selbst ist. Der Nachmittagsunterricht wird stellenweise ersetzt durch verschiedene Projektangebote, in denen sich die Jugendlichen in der Gruppe über einen längeren Zeitraum vertieft mit einer Thematik auseinandersetzen können. Die Lehrpersonen dienen dabei mehr als Coach denn als Lehrer und begleiten sie in ihren eigenen Lernerfahrungen. Der Input seitens der Lehrpersonen nimmt mit steigender Altersstufe mehr und mehr ab, die Lernenden werden so auf vermehrtes selbständiges Arbeiten und das Finden eigener Lösungsansätze hingeführt.

Neues Oberstufenkonzept

Wo in der Primarstufe der Lehrer noch eine wichtige Rolle spielte, tritt dies ab der Oberstufe für den jungen Menschen immer mehr in den Hintergrund dieser Entwicklung will die Rudolf Steiner Schule mit ihrem neuen Oberstufenkonzept Rechnung tragen. Dabei bleibt erklärtes Ziel, dass die Schülerinnen und Schüler weiterhin an eine grosse Bandbreite von Lernerfahrungen herangeführt werden. Die Schule bleibt auch mit dem neuen Konzept an die weiterführenden Systeme anschlussfähig. So ist der Beginn einer Lehre nach dem 9. oder 10. Schuljahr ebenso wie ein Studium an einer Fachhochschule beim Erreichen des IMS F Abschlusses (ein interner Abschluss der Steinerschulen nach 12 Jahren Schuljahren) und der prüfungsfreie Übertritt an die Kantonsschule mit Erreichen des IMS F Abschlusses möglich.

Schule als Wegbereiter

Mit dieser Neuausrichtung greift die Steiner Schule die Impulse der Zeit auf und setzt weiter fort, was mittlerweile auch in Wirtschaft und Wissenschaft erkannt wird: Die Jugend muss umfassend initiativ, kreativ und eigenverantwortlich auf die Anforderungen der Zukunft vorbereitet werden. Schule muss als Wegbereiter und Unterstützer einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, den jungen Menschen zu einem kritisch denkenden und sozial verantwortlich handelnden Bürger dieser Gesellschaft zu erziehen.

Gossauer Nachrichten vom Mittwoch, 29. Mai 2019, Seite 4 (33 Views)

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