E-Paper - 01. Mai 2019
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«Letschti Rundi» im Theater St.Gallen

Von Ladina Maissen

Vergangene Woche hat das Theater St.Gallen den neuen Spielplan vorgestellt. Heraussticht vor allem die Ankündigung des letzten Spiels im Hause vor dem Umzug: In «Letschti Rundi» feiert sich das Theater selbst.

Theater Es ist eine spezielle Präsentation des neuen Spielplans vergangene Woche an der Medienkonferenz, denn es wird die letzte Saison vor der Sanierung des Theaters vorgestellt. «Wir zünden noch einmal alles, um dem Haus die verdiente Ehre zu gebühren», sagt Werner Signer, der geschäftsführende Direktor. Mit einem bunten Angebot präsentiert sich das neue Gesamtprogramm von Konzert und Theater St.Gallen.

Von der Rusalka bis zur schönen Helena

Opernfreunde dürfen sich als erstes auf Antonin Dvoraks «Rusalka» freuen, auf die Nixe, die sich in einen Prinzen verliebt und ihre Stimme aufgibt, um ihm nahe zu sein (Premiere: 21. September). Danach folgt mit «Faust» von Charles Gounod (Premiere: 26. Oktober). Erstmals in St.Gallen zu sehen ist dann gegen Ende des Jahres Jacques Offenbachs «Die schöne Helena». Das Theater St.Gallen führt die Operette zu Ehren von Offenbachs 200. Geburtstag auf (Premiere: 7. Dezember).

Internationale Erfolge

Erstmals in der Schweiz gar zu sehen ist die «Lessons in Love and Violence» von George Benjamin. Bereits seine Oper «Written on Skin» wurde im Jahr 2015 im Theater St.Gallen zum ersten Mal in der Schweiz aufgeführt und erlangte auch international viel Beachtung. Nun folgt die Schweizer Erstaufführung seiner neuesten Oper (Premiere: 9. Mai 2020).

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«Alles Neu» und zweite Saison

Mit diesem Motto will Kinsun Chan, neuer Leiter der Sparte Tanz am Theater St.Gallen, durchstarten. Er ist bereits ein Bekannter im Haus, er war in den vergangenen Jahren mehrfach als Bühnenbildner und Ausstatter in St.Gallen zu Gast. Doch in der neuen Saison verspricht er: «Die Spielzeit wird neu, es wird eine neue Mannschaft geben mit Tänzerinnen und Tänzern aus zehn verschiedenen Nationen», so Kinsun Chan. Ein besonderes Highlight wird die Schweizer Erstaufführung von «Colossus» von Stephanie Lake sein (Premiere 1. April 2020). «Es ist gar die erste Aufführung in Europa und wir haben grosses Glück, sie hier zu haben.»

In die zweite Saison geht es für Chefdirigent Modestas Pitrenas mit dem Sinfonieorchester. Einer der Saisonhöhepunkte ist ein Gastspiel des Sinfonieorchesters St.Gallen in einer der berühmtesten Stätten der Musikgeschichte, im Concertgebouw Amsterdam, einem der akustisch besten Konzertsäle der Welt.

Letztes Stück

Auch das Schauspiel-Programm verspricht so einiges. Direktor Jonas Knecht erläutert, dass das Schauspiel in dieser Saison mit seinen Produktionen Denkräume eröffnen will. «Wir können die vorherrschenden Probleme rund um den Erdball nicht lösen, aber wir können sie aufnehmen und aufzeigen. Dies wird sowohl düster als auch humoristisch verpackt sein», so Knecht.

Auf dem Programm stehen zwei Uraufführungen, darunter das Auftragsstück «Die Gastfremden» von Ivna Zic (Premiere 23. April 2020), sowie «Letschti Rundi» diesen Titel trägt das letzte Stück im alten Haus. Man stelle sich ein in die Jahre gekommenes Theatergebäude vor, viel wurde erlebt, viel wurde gesehen und erfahren. Es wurde getanzt, gesungen und applaudiert, doch jetzt muss es sich sanieren lassen und wird zur Baustelle. Doch vorher kommen sie alle noch einmal zum Vorschein: Figuren, die einst auf der Bühne standen und über die Jahre im Verborgenen gelebt haben, beleben alle Räume des Theaters in einer farbigen Schlussrunde vor dem Umzug ins Provisorium (Premiere: 28. Mai 2020).

St.Galler Nachrichten vom Mittwoch, 1. Mai 2019, Seite 1 (21 Views)

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