E-Paper - 01. Mai 2019
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«Wir wollen ruhig auch mal etwas frecher sein»

Von Ladina Maissen

Seit genau drei Monaten ist Samuel Zuberbühler neuer Leiter der Standortförderung der Stadt St.Gallen. Mit seinen 33 Jahren ist der St.Galler ein junger Dienstleiter, doch darin sieht er vorwiegend Vorteile. Er will St.Gallen voranbringen, Projekte zum Abschluss bringen und ruhig auch mal ein wenig frecher an gewisse Projekte herangehen.

Standortförderung «Es war sehr schön, wie mich die Kolleginnen und Kollegen empfangen haben», sagt Samuel Zuberbühler, der heute vor genau drei Monaten die Stelle als neuer Leiter der Standortförderung der Stadt St.Gallen antrat. Ein Nachhause kommen für den 33-Jährigen: «Es war für mich immer eine Herzensangelegenheit, wieder in meine Heimat zurückzukehren. Der St.Galler war immer in mir drinnen, meine Verbundenheit zur Ostschweiz ist sehr stark», erzählt er.

Ein Kennenlernen

Der frisch gebackene Vater war zuvor acht Jahre bei Schweiz Tourismus in Zürich tätig. Gewisse Parallelen zur jetzigen Stelle gebe es durchaus, die Strukturen seien ähnlich und die Zusammenarbeitsformen ebenfalls, dennoch: «Gestern war ich noch Tourismus-Experte, dann plötzlich war ich auf einen Schlag in einem neuen Umfeld.» Doch es sei genau diese Veränderung, die er gesucht und die ihn motiviert habe.

Die Stadt selbst kennt Zuberbühler wie seine Hosentasche. Er wohnte bereits im Riethüsli, in St.Georgen und nun in Rotmonten. Durch seinen grossen Freundeskreis von Kindheitstagen an sei er froh, den Puls der Stadt persönlich spüren zu können.

Fortsetzung auf Seite 3

Bisher bestand seine Arbeit vor allem darin, alles kennenzulernen: «Ich war wie ein Schwamm, habe alles aufgesogen. Gefühlt habe ich in den letzten drei Monaten mehr Leute kennengelernt, als in den letzten drei Jahren», sagt er weiter. Von Beginn weg sass Zuberbühler in den operativen Projektsitzungen und lernte Stück für Stück die Hintergründe kennen. «Bisher war ich deshalb aber noch etwas ruhig in den Sitzungen», sagt er lachend.

Neuling-Bonus

Die Standortförderung hat eine Querschnittsfunktion. Sie arbeitet mit sehr vielen externen Partnern sowie internen Direktionen und Dienststellen zusammen und vernetzt die Projekte und noch wichtiger die Personen. Die grosse Aufgabe sei es, die richtigen Leute an einen Tisch zu bringen, um die Projekte vorantreiben zu können. Hier profitiert Zuberbühler sicherlich von seinem Bonus als Neuling: «Ich werde von allen als neutral betrachtet. Verzwickte Situationen versuche ich zu bereinigen, das ist ein grosser Vorteil. Ich bin nirgends voreingenommen und dadurch wollen mich die Leute auch kennenlernen.»

Was ihn vor allem begeistert habe, sei die Leidenschaft, mit der bei der gesamten Stadt und insbesondere bei der Standortförderung gearbeitet werde: «Das ist etwas, das für mich essenziell ist. Man will, dass es vorwärts geht.» Genau dies sei auch seine Devise. Diverse Projekte würden darauf warten, mit neuem Schub vorangetrieben zu werden. «Manchmal hat man das Gefühl, alles geht etwas lange und findet keinen Abschluss. Von dem müssen wir wegkommen, wichtig ist die Realisation der Projekte.» Allen voran das grosse Projekt «Zukunft St.Galler Innenstadt».

Kreativ und vor allem frecher sein

Wichtig sei dabei das Denken in Ökosystemen. «Alles ist mit einander vernetzt, die Einwohnerinnen und Einwohner mit den Arbeitsplätzen, den Unternehmen, der Lebensqualität und den Bildungsmöglichkeiten. Dessen muss man sich bewusst sein, wenn man die Standortvermarktung vorantreiben will.» Ein anderes Beispiel sei auch der Ausbau am Kantonsspital, die IT-Bildungsoffensive oder der geplante Campus der Universität am Platztor. «Es geht hier auch um eine positive Ausstrahlung nach aussen, die Stadt soll anziehen. Wer einmal in St.Gallen war, der ist begeistert von unserer Stadt, obwohl manchmal Vorurteile bestehen. Das ist eine Chance für uns.»

Dabei lässt sich Zuberbühler vor allem von einem Satz leiten: «Standortförderung ist keine Standartförderung. Wir wollen auch inspirieren, kreativ sein und auch einmal frecher sein. Das bedeutet, dass wir vielleicht mal über das Ziel hinausschiessen. Ich will auch mal was machen, was man von einer klassischen Standortförderung vielleicht nicht erwartet. Jetzt habe ich die Fäden in der Hand. Schlussendlich zählt aber immer die Leistung.»

St.Galler Nachrichten vom Mittwoch, 1. Mai 2019, Seite 1 (18 Views)

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