E-Paper - 10. April 2019
Herisauer Nachrichten
E-Paper - Auswahl
E-Paper - Ansicht
 
 

Wie die Kleinsten die Welt erleben

Von Ladina Maissen

Am vergangenen Wochenende eröffnete die nationale Wanderausstellung «Die Entdeckung der Welt» ihre Tore in St.Gallen. Die Erlebnisausstellung für die ganze Familie zeigt, wie Kinder von 0 bis 4 Jahren die Welt entdecken. Rund 90 Begleitveranstaltungen in der ganzen Ostschweiz zeigen die Vielfalt und Bedeutung der früh­kindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung.

Ausstellung In einem der vielen Schaukasten im Eingangsbereich der St.Leonhardskirche sind ein Schal und Handschuhe ausgestellt. Eine Holzkugel, die in jeden der ausgestellten Kasten hineingeworfen werden kann, löst eine Stimme ab Band aus, der man mittels Kopfhörer lauschen kann. So erfährt man die Geschichte, die hinter den dargestellten Gegenständen steckt. Ein Mann erinnert sich beispielsweise an seine Kindheit, als er im Schnee Schanzen baute und seine altmodischen Ski anschnallte. Nach der Erzählung hüpft die Kugel wieder aus dem Kasten und mit ihr in der Hand geht es weiter zu den nächsten Stationen, die alle um die Themen frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung von Kindern in den ersten Lebensjahren kreisen.

Sensibilisierung der Gesellschaft

Wie elementar die Qualität der Bildung, Betreuung und Erziehung von Kindern in diesen ersten Lebensjahren ist, zeigt die Ausstellung «Die Entdeckung der Welt». Hinter ihr steht der Verein Stimme Q, der 2012 von Organisationen aus Forschung und Praxis der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung gegründet wurde. «Unser primäres Ziel ist es, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie wichtig es ist, dass Kinder von Geburt an eine pädagogisch hochwertige Begleitung haben», erklärt Erziehungswissenschaftler Heinz Altorfer, Präsident des Vereins Stimme Q. Mit der Wanderausstellung wolle man möglichst viele Eltern, Familien, Fachleute sowie politische Vertreterinnen und Vertreter ansprechen. Dabei ginge es nicht darum, belehrend zu sein: «Wir wollen nicht aufzeigen, was richtig oder falsch ist», so Altorfer. Vielmehr gehe es darum zu verdeutlichen, wie Kinder im frühkindlichen Alter lernen, wie sie sich entwickeln und welche Umgebung ihre Entfaltung begünstigen kann.

Bisher gastierte die Wanderausstellung bereits in Bellinzona, Carouge, Liestal und Lausanne und verzeichnete über 30‘000 Besucherinnen und Besucher. Eine gute Bilanz: «Wir haben einen hohen Bedarf gespürt, dass die Familien interessiert sind, was mit ihren Kindern in diesen Lebensjahren passiert.» Dies stimmt die Veranstalter positiv. Denn: Die Schweiz ist beim Thema frühkindliche Bildung und Betreuung noch oft das Schlusslicht im internationalen Vergleich. Dies zeigen Grafiken einer weiteren Station der Ausstellung: Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaub beispielsweise sind hier massiv kürzer als in anderen Ländern Europas. Und für die vorschulische Bildung im Elementarbereich gibt die Schweiz im Vergleich sehr wenig aus.

Vielseitiges Rahmenprogramm

Das Highlight der Ausstellung ist ein riesiger Holzwürfel in der Mitte des Raums mit einer Kügelibahn, Rutschbahn und Touchscreen im Innern. Auf dem Bildschirm erscheinen Kreise, Vierecke und Sterne, die je nach Berührung ihre Grösse und Form ändern. Im hinteren Teil der Kirche befindet sich dann ein kleiner Kinosaal, in dem Filme gezeigt werden, die verschiedene Praxisprojekte aufzeigen.

Nebst der Ausstellung präsentiert ein Rahmenprogramm mit rund 90 Aktivitäten in der ganzen Ostschweiz die Vielfalt und Bedeutung der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung. Darunter beispielsweise Schnuppertage in Waldspielgruppen, Märchenstunden oder Tage der offenen Tür in Kitas. Zudem werden Kurse für Eltern und Grosseltern angeboten sowie Tagungen für die ganze Familie.

Herisauer Nachrichten vom Mittwoch, 10. April 2019, Seite 7 (8 Views)

ZURÜCK ZUR SEITE

 
 

<   April   >
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30