E-Paper - 10. April 2019
Gossauer Nachrichten
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«Wir müssen mehr Öffentlichkeitsarbeit machen, uns beispielsweise am Strassenfest oder an anderen Veranstaltungen präsentieren. Ausserdem erlassen wir den jüngeren Mitgliedern den Jahresbeitrag. Dieser soll kein Hinderungsgrund sein», so Bühler, wobei der jährliche Obolus mit 20 Franken sowieso schon bescheiden ausfällt. Ab nächstem Jahr werde man zudem einen Familienanlass mit Kindern durchführen, auf die Wanderungen verzichte man dagegen im Jahresprogramm. Das sei das Ergebnis einer internen Befragung, die durchgeführt wurde, um zu ermitteln, was sich die Mitglieder vom 1951 gegründeten Verein erhoffen. «Sicher werden wir auch Exkursionen in die von uns betreuten Gebiete anbieten», so Bühler weiter. «Mitglieder zu haben, die den Jahresbeitrag zahlen, ist zwar wichtig, aber wir brauchen auch Manpower. Sonst können wir die Gebiete nicht mehr pflegen», erklärt der Präsident. Oder man müsse sich Alternativen überlegen. Die Arbeitsleistung einzukaufen, sei aber kaum bezahlbar. Doch der Einsatz sei nötig, schliesslich sei die Artenvielfalt in den letzten Jahren sehr stark reduziert worden. Als Folge der intensiven Landwirtschaft seien sämtliche Vogelarten, die im Wiesland brüten, gefährdet. «Die Braunkehlchen sind aus Gossau verschwunden, von den Feldlerchen gibt es noch ein letztes Paar im Gebiet Moosburg, das auf verlorenem Posten kämpft», erzählt Bühler.

«Miserabler Moorschutz»

Noch könne man viele Arten retten, aber dazu brauche es ein Umdenken in der Landwirtschaft. «Ich würde mir wünschen, dass nur noch jene Landwirte staatliche Hilfe erhalten, die ökologisch produzieren. Ein paar Wiesenstreifen stehen zu lassen, reicht definitiv nicht aus», so der Präsident des Naturschutzvereins. Die nationale Landwirtschaftspolitik könne man aber nicht verändern. Dafür möchte der Verein in Zukunft seinen politischen Einfluss in Gossau erhöhen. «Die Stadt hat einen miserablen Moorschutz, man kann es nicht anders sagen. Die Schutzverordnung datiert von 1982!», so Bühler. Aber nicht mal diese werde eingehalten. «Dort steht klar und deutlich, dass der Gemeinderat die Aufsicht über die Naturschutzgebiete habe und bei Verstössen büssen müsse. Aber da passiert rein gar nichts von Seiten des Stadtrates», ärgert sich Bühler. Auch gebe es bei der Stadt keine Ansprechperson für Fragen des Naturschutzes. «Man hat alles ausgelagert und so auf Kosten der Natur gespart. Die grössten Probleme kommen aber von den Einzonungen von Bauland, welche früher direkt bis an die Moorgrenze gemacht wurden. Auch heute gibt es noch zwei Parzellen, welche direkt ans Moor grenzen und bebaut werden dürfen», so Bühler. Man werde in Zukunft versuchen, vermehrt Einfluss zu nehmen auf Entscheidungen, welche die Natur in Gossau betreffen. «Wir müssen es zumindest versuchen, auch wenn wir immer wieder vertröstet werden!»

Gossauer Nachrichten vom Mittwoch, 10. April 2019, Seite 3 (2 Views)

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