E-Paper - 10. April 2019
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Herisau in Zahlen und Formen erleben

Von Ramona Koller

Um die Aufgaben im neuen Lehrmittel «Mathematische Lernplätze Herisau» zu lösen, müssen die Schülerinnen und Schüler sich durch Herisau bewegen. An acht Orten warten jeweils zwölf Aufgaben in drei Blöcken. Für die Findung der Aufgaben sind diese Woche Studierende der Pädagogischen Hochschule St.Gallen unterwegs.

Mathplatz Wie ermittelt man die Höhe des Kirchturms der reformierten Kirche? Welche Steigung weist der Weg von der Bahnhofstrasse zum Ebnet auf? Solchen Fragen werden die Oberstufenschülerinnen und Oberstufenschüler in Herisau künftig auf den Grund gehen. «Mathematische Lernplätze Herisau» bietet zu rund acht Lernorten jeweils zwölf Fragen in drei Themenblöcke, wie zum Beispiel Strahlensatz, Schätzen und Geometrie, unterteilt. Mit der Fragenfindung sind diese Woche Studierende der PHSG beschäftigt. Unter der Leitung von Alfred Zahner, dem Projektleiter, Geri Rüegg und Tabea Mächler von der PHSG und Heinrich Schlittler erkundeten sie vorbestimmte Plätze in Herisau und überlegten sich Aufgaben, die man nur vor Ort lösen kann. «So lernen auch die Studierenden, was alles hinter einer Matheaufgabe steckt und dass es gar nicht so einfach ist, eine solche zu erfinden», erklärt Rüegg. Er war bereits an der Umsetzung von neun weiteren «Mathematischen Lernplätzen» beteiligt, die man unter www.mathplatz.ch herunterladen kann. Unterstützt wird das Projekt «Mathematische Lernplätze Herisau» von diversen Stiftungen, dem Departement für Bildung und Kultur AR sowie von der Gemeinde Herisau.

Am Montag besuchten die Studierenden im Rahmen des Beginns der Projektwoche diverse mögliche Mathplätze in Herisau. Ausgesucht hat diese Heinrich Schlittler, der selbst lange in Herisau gewohnt und schon diverse Lehrmittel verfasst hat. Gestartet wurde am Bahnhof. Dass sich dieser in den nächsten Jahren verändern kann, ist Schlittler bewusst. «Das ist überall der Fall. In den Lehrmitteln werden jeweils Beispiellösungen angegeben. Wichtiger sind jedoch die Schritte zur Lösung, diese bleiben immer gleich, auch wenn sich die konkreten Zahlen ändern.» Eine weitere Station war, neben der Metrohm, der Glatttalbrücke, dem Sportzentrum oder auch dem Wetterhaus, die reformierte Kirche. «Bitte denken Sie daran, dass sie keine Aufgaben im Innern der Kirche stellen können, da die Jugendlichen alleine unterwegs sein werden und auch nicht alle dem christlichen Glauben angehören», wies Rüegg die Studenten auf einen wichtigen Punkt hin. Ebenfalls grossen Wert wird auf die Sicherheit der Lernenden gelegt. «Das Innere des Obstmarktkreisels beispielsweise ist tabu», erklärte Schlittler.

Bis Ende Woche werden die Studierenden nun ihre Aufgaben fertig ausarbeiten, bevor diese von einem Lektorat kontrolliert werden. Das fertige Lehrmittel soll am 17. August im Rahmen einer Vernissage den Lehrpersonen von Herisau präsentiert werden. Die bereits erschienenen «Mathematische Lernplätze», darunter auch Gossau und St.Gallen, können unter www.mathplatz.ch kostenlos heruntergeladen werden.

Gossauer Nachrichten vom Mittwoch, 10. April 2019, Seite 23 (11 Views)

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