E-Paper - 03. April 2019
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10'000 Bachforellen in die Sitter eingesetzt

Von Ladina Maissen

Am vergangenen Freitag erfolgte der diesjährige Fischbesatz beim Gelände des Open Air St.Gallen. Regierungsrat Bruno Damann liess es sich nicht nehmen, dabei selbst Hand anzulegen. Das Einsetzen der Jungfische stützt den Forellenbestand in der Sitter, nur so können die Bestände dieser Fische überleben.

Natur Die Sitter ist von der intensiven Wasserkraftnutzung und den jahrelangen Kiesentnahmen im Oberlauf stark beeinträchtigt. Sobald genügend Wasser für die Stromproduktion vorhanden ist, also unter Umständen täglich, steigt der Fluss massiv an und sinkt kurze Zeit später ebenso stark wieder ab. «Eine Fortpflanzung ist unter diesen Bedingungen für die im Fluss lebenden Bachforellen und Äschen fast unmöglich», sagt Micheal Kugler, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Amt für Natur, Jagd und Fischerei. Die Bestände überleben nur dank dem jährlichen Einsetzen von Jungfischen.

100'000 Fische pro Jahr

Regierungsrat und Vorsteher des St.Galler Volkwirtschaftsdepartements Bruno Damann zog am vergangenen Freitag gar selbst die Gummistiefel an und setzte 10'000 junge, fingerlange Bachforellen in der Sitter in der Nähe des Open Air Geländes aus. Insgesamt werden pro Jahr 100'000 Jungfische in der Sitter auf St.Galler Boden ausgesetzt. Solche Fischeinsätze zur Stützung des Bestandes können nicht mehr sein als eine Überbrückung der Folgen, die Energiegewinnung, Kiesentnahmen und andere Gewässereingriffe haben. Eine längerfristige Möglichkeit die Fische vor dem vollständigen Verschwinden aus der Sitter zu bewahren, sind naturnahe, in den Fluss mündende Seitenbäche. «Dort finden die Fische und andere Wasserlebewesen die nötigen Lebensraumbedingungen, um sich erfolgreich fortzupflanzen und aufwachsen zu können», sagt Christoph Mehr, zuständig für die Einzugsgebiete Thur und Sitter beim Amt für Natur, Jagd und Fischerei. Daher hat man im vergangenen Jahr den Unterlauf des Billenbergbaches auf dem Gelände des Open Air St.Gallen offengelegt und die vorhandene Flutmunde im Uferbereich der Sitter wieder instand gestellt.

Viele überleben nicht

Nebst dieser hat der Kanton in Zusammenarbeit mit Pro Natura weitere Massnahmen ausgearbeitet. So wurden unter anderem mit zwei bis drei Tonnen schwere Steine, die schneckenförmig angeordnet wurden, vier sogenannte Lenkbuhnen erstellt. «In diesen können die Bachforellen laichen. Sie wurden nötig, weil es kaum natürliche Laichgebiete gibt», so Mehr. Viele der 10'000 rund acht Wochen alten Bachforellen werden die Aussetzung jedoch nicht überleben. «Wir rechnen damit, dass knapp zehn Prozent der Fische das laichfähige Alter erreichen.»

Herisauer Nachrichten vom Mittwoch, 3. April 2019, Seite 7 (11 Views)

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