E-Paper - 03. April 2019
Gossauer Nachrichten
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«Die Lehre ist eine gleichwertige Alternative»

Am 25. Mai findet bereits zum dritten Mal das Lehrstellenforum statt. Die «St.Galler Nachrichten» können wiederum auf das GBS als Presenting-Partner zählen. Lukas Reichle, Rektor des GBS, sieht die Tischmesse als Chance für Lehrstellensuchende und Betriebe.

Lehrstellenforum Das diesjährige Lehrstellenforum findet bereits zum dritten Mal in Partnerschaft mit dem Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrum St.Gallen statt. Der Rektor der GBS, Lukas Reichle, weiss, warum der Anlass für Jugendliche und Ausbildner, gerade in der heutigen Zeit, wichtig ist und eine grosse Chance darstellt.

Herr Reichle, warum bleiben viele Lehrstellen unbesetzt?

Viele Wunschberufe von jungen Menschen decken sich oft nicht mit dem Bedarf der Wirtschaft. Die Top Ten der Wunschberufe sind eben nicht identisch mit den Top Ten Lehrberufen, die der Lehrstellenmarkt anbietet.

Auf der einen Seite haben diese Branchen recht hohe Ansprüchen an die Lernenden. Häufig scheitern Lehrstellensuchende an den theoretischen, praktischen und personalen Anforderungen der Betriebe. Insbesondere sind grundlegende Werte, wie Leistungsfähigkeit, Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Flexibilität und Neugier, die erwartet werden Gründe, dass Lehrverhältnisse nicht entstehen.

Auf der anderen Seite sind junge Lehrstellensuchende gelegentlich zu wenig flexibel, eine andere Lehrausbildung zu absolvieren als ihre Wunschlehre. Berufe, die aufgrund der veränderten Trends in der Gesellschaft, weniger attraktiv sind, werden auch weniger gewählt. Ein gutes Beispiel hierfür ist Fleischfachmann/Fleischfachfrau.

Hinzu kommt eine weitere Entwicklung, die der Berufsausbildung zu schaffen macht. Es ist ein starker Trend hin zur Akademisierung feststellbar. Es scheint, als traue man dem dualen Weg der Lehre zu wenig, was Zukunftsperspektiven, Erfolg und Berufsstatus betrifft. Dies sicher zu unrecht.

Welche Branchen haben es am schwierigsten?

Vorwiegend Berufe aus der Handwerksbranche sowie Maschinen- Elektro- und Metallindustrie sind betroffen. Auch Jobs im Informatik- und Automationsbereich sind nicht mehr so beliebt. In diesen Branchen haben einige Ausbildungsbetriebe Schwierigkeiten genügend Auszubildende zu finden. Weiter werden Berufe mit hohen Anforderungen seltener erlernt.

Was kann gegen dieses Problem unternommen werden?

Man kann zum Beispiel ein Lehrstellenforum organisieren. Dieses Problem zu beseitigen ist genau unser Ziel. Weiter sollen Eltern, Lehrpersonen der Oberstufe und der Gesellschaft verstärkter den dualen Weg der Lehre als attraktive, erfolgreiche und praxisnahe Perspektive fördern. In den Köpfen vieler Menschen ist die Lehre immer noch nicht als gleichwertige Alternative zum gymnasialen Weg angekommen. Das gleiche gilt für die höhere Berufsbildung gegenüber der Ausbildung an Fachhochschulen oder Universitäten. Hier schwingt leider immer noch ein gewisses Statusdenken mit. Es gibt zwei Königswege in die Zukunft der duale und der gymnasiale Bildungsweg! In diesem Bereich gibt es immer noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten.

Warum unterstützt das GBS das Lehrstellenforum?

Wir möchten gemeinsam mit den St.Galler Nachrichten die jungen, suchenden Menschen, die kurz vor Lehrbeginn noch keine Lehrstelle haben mit den anbietenden Branchen und Betrieben zusammenbringen. Dies motiviert uns! Die duale Berufsbildung ist ein Erfolgsmodell. Wir wollen dazu beitragen, dass diese gestärkt wird und möglichst viele junge Menschen in den Arbeitsmarkt finden.

Interview von Rebecca Schmid

Gossauer Nachrichten vom Mittwoch, 3. April 2019, Seite 9 (11 Views)

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