E-Paper - 03. April 2019
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Die Facetten der Literatur zeigen

Von Rebecca Schmid

Vom Donnerstag bis zum Sonntag fand in St.Gallen das 11. Worlaut statt. Rebecca C. Schnyder war dieses Jahr die OK-Vorsitzende und Programmleiterin.

Wortlaut Seit fünf Jahren ist Rebecca C. Schnyder im OK des Literaturfestivals Wortlaut. Dieses Jahr übernahm sie zum ersten Mal den Posten der OK-Vorsitzenden und trat somit in die Fussstapfen von Richi Küttel, der die ersten zehn St.Galler Literaturfestivals leitete. «Das Organisieren eines Literaturfestivals bedeutet einen grossen Aufwand. Dieses Jahr ist es etwas speziell, da alle OK-Mitglieder ausser mir neu sind», sagt Schnyder. Alle Helferinnen und Helfer arbeiten ehrenamtlich für das Wortlaut, was aber auch zeige, dass alle mit viel Herzblut dabei sind.

Qual der Wahl

Die Vorbereitungen für das Wortlaut beginnen beinahe anschliessend an das vergangene Literaturfestival. «Nach dem Wortlaut ist vor dem Wortlaut», sagt Rebecca C. Schnyder. Ein vielfältiges Programm auf die Beine zu stellen, sei nicht einfach. «Die Wahl der Autoren ist extrem schwierig. Es gibt so viele gute Schriftsteller, die man gerne vorstellen würde.» Als Prgrammleiterin fände sie natürlich alle Künstler, die am Wortlaut auftreten super, aber als Rebecca C. Schnyder habe natürlich auch sie ihre Favoriten. «Die Eröffnungsrede der Literaturkritikerin Christine Lötscher fand ich sehr spannend und natürlich finde ich auch Autoren wie Andri Beyeler und Lukas Linder grossartig», gesteht Schnyder.

Viefältiges Programm

Im Programm des Wortlaut findet man nicht nur klassische Literatur, wie sie die meisten erwarten würden. Poetry-Slam, Spoken Word, Zeichnungstanz, Graphic Novel und viel mehr finden hier Platz. «Es ist uns ein Anliegen mit unserem Programm alle Facetten der Literatur zu zeigen und dazu gehört eben nicht nur das klassische, geschriebene Wort», erklärt Schnyder. Auch wenn die Verkaufs- und Ausleihzahlen von Büchern zurückgegangen sind, heisse dies nicht, dass es weniger Interessierte gäbe. Poetry-Slam habe in den letzten Jahren an Beliebtheit gewonnen. «Die Literatur wird nicht unbeliebter. Es sind einfach andere Formen, die stärker werden», erklärt die Autorin.

Neugierde erwünscht

Die Programmpunkte wurden in vier Reihen unterteilt. Es sind Laut, Luise, Lechts und Rinks. Die Namen der Reihen sind eine Hommage an Ernst Jandl, der einer der grössten deutschsprachigen Sprach- und Wortlautspieler des zwanzigsten Jahrhunderts war. Durch die Aufteilung in Reihen sollen die Besucherinnen und Besucher des Festivals zu literarischen Grenzüberschreitungen aufgefordert werden. Wie Rebecca C. Schnyder sagt, möchten die Organisatoren Leute dazu bringen Neues zu entdecken. «Wenn man neugierig ist, hat man am meisten davon. So freut es uns immer wieder, wenn wir Leute an Veranstaltungen entdecken, die man sonst nie dort erwarten würde.»

12. Wortlaut

Trotz viel Arbeit empfinde die 33-Jährige die vier Festivaltage nicht als stressig. «Die Vorbereitungszeit ist für mich anstrengender. Das Wortlaut selbst empfinde ich als intensiv und freudig», sagt Schnyder. Jetzt da das 11. Festival vorbei ist, können sie und das OK-Team bereits mit der Planung für das nächste Wortlaut starten, welches vom 27. bis 30. März 2020 stattfinden wird. Rebecca C. Schnyder hat auch für das nächste Wortlaut einen Wunsch: die Besucherinnen und Besucher sollen Literatur auch weiterhin als etwas Lebendiges und Spannendes erleben.

Gossauer Nachrichten vom Mittwoch, 3. April 2019, Seite 9 (10 Views)

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