E-Paper - 03. April 2019
Gossauer Nachrichten
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Zwei Partien als Weichenstellung

Zum Abschluss des dritten Meisterschaftsviertels empfängt der FC St.Gallen heute Abend (20 Uhr) den Grasshoppers Club im kybunpark. Die Zürcher liegen am Tabellenende, haben in diesem Jahr noch kein einziges Spiel gewonnen und kämpfen um ihr Überleben in der Super League. Die St.Galler stellen heute und am Samstag die Weichen für den Rest der Spielzeit.

Fussball Ein 7. Rang, wie ihn der FC St.Gallen aktuell belegt, wird von Spielern, Fans und Umfeld selten besonders geschätzt, doch die Vertreter des heutigen Gegners würden noch so gerne mit dem FCSG tauschen. Denn die Grasshoppers sind als Schweizer Rekordfussballmeister drauf und dran, erstmals seit 1949 ihren Platz in der höchsten Schweizer Liga zu verlieren. Der Club, der 2003 den letzten von insgesamt 27. Meistertiteln holte, befindet sich seit Jahren auf dem absteigenden Ast, lockt kaum mehr Publikum ins ungeliebte Letzigrund und hat in dieser Saison zahlreiche Negativschlagzeilen geliefert. Erst wurden Trainer Torsten Fink und Sportchef Matthias Walther entlassen, dann haben Präsident Stefan Anliker und CEO Manuel Huber ihre Rücktritte eingereicht und zuletzt verbannte Trainer Tomislav Stipic gleich sechs Spieler aus dem Kader. Zu den sportlichen Miseren kam das unsägliche Verhalten der GC-Fans in Sion, die mit Petardenwürfen einen Spielabbruch provozierten sowie das Bekanntwerden einer Affäre in der Juniorenabteilung. Verschiedene GC-Trainer sollen Nachwuchsspieler bevorzugt haben, deren Eltern Privattrainings ihrer Sprösslinge bei eben jenen Trainern finanzierten.

Auch St.Gallen braucht Punkte

Als der heutige Sportchef des FC St.Gallen, Alain Sutter, noch mit langen wehenden Haaren für die Hoppers im Espenmoos auflief, galt der «Bonzenverein» den St.Gallern Fans noch als Erzfeind Nummer 1. «GC, GC, die Scheisse vom See», hallte regelmässig durchs legendäre St.Galler Stadion. Doch mit dem Abrutschen in die Mittelmässigkeit hat GC auch den Status als Erzfeind in fremden Stadien verloren. Und so geht es für die St.Galler heute nicht in erster Linie darum, die Zürcher noch näher an die Zweitklassigkeit zu schiessen, sondern darum, gegen das aktuell schwächste Super League Team drei Punkte zu gewinnen, um den Anschluss im Kampf um die Europacupplätze nicht frühzeitig zu verlieren und um den Abstand auf den Barrageplatz wieder zu vergrössern.

Nach zuletzt drei Niederlagen hintereinander sind die St.Galler gut beraten, nur auf ihre eigene Leistung zu schauen. Spieler und Staff möchten sich heute beim Publikum nur allzu gern für den schwachen Auftritt im letzten Heimspiel gegen Lugano rehabilitieren.

Aufgepasst auf Xamax

Am Samstag erfolgt dann bereits der Start ins letzte Meisterschaftsviertel, wenn die St.Galler in Neuenburg auf den Zweitletzten treffen. Der FCSG spielt somit nicht nur eine entscheidende Rolle im Abstiegskampf, sondern stellt in diesen beiden Partien gegen GC und Xamax auch die Weichen für den Rest der Saison. Mit sechs Punkten gegen die beiden Schlusslichter sind die St.Galler im Kampf um einen Europacupplatz wieder voll dabei, sollten beide Begegnungen verloren gehen, müssen sich die Espen in den verbleibenden acht Partien nochmals nach hinten orientieren, denn nach dem Sieg vom Wochenende liegt Xamax auf dem Barrageplatz nur mehr sechs Punkte hinter den Ostschweizern. tb

Gossauer Nachrichten vom Mittwoch, 3. April 2019, Seite 23 (8 Views)

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