E-Paper - 27. März 2019
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Plastikdeckel sammeln und helfen

Von Ramona Koller

Was in den Niederlanden schon länger funktioniert ist nun auch in der Schweiz angekommen. Plastikdeckel separat recyceln. Initianten des neuen Recyclingprojekts sind Martinus Aarts und sein Sohn Robin. Mit dem Erlös aus dem Verkauf der Deckel wollen sie die Ausbildung von Blindenführhunden finanzieren.

Guter Zweck 6,6 Millionen Plastikdeckel müssen Martinus und Robin Aarts aus Herisau sammeln, um die Ausbildung eines Blindenführhundes zu finanzieren. Genau genommen sind mit den 5'000 Franken nur die ersten zwölf Wochen, genauer die Ausbildung, das Futter und die Tierarztkosten des Hundes finanziert. «Blindenführhunde und ihre Ausbildung sind extrem teuer. Ein Hund kostet inklusive Ausbildung und allem Drum und Dran 65'000 Franken», erklärt Martinus Aarts. Auch deshalb ist es dem Osteopathen, der in seinem Beruf und auch ehrenamtlich viel mit sehbehinderten und blinden Personen zu tun hat, ein Anliegen, die Ausbildung der Blindenführhunde zu unterstützen. Dabei wird er tatkräftig unterstützt. Allen voran von Sohn Robin. Gemeinsam mit Freunden und Familie sowie vielen Bekannten haben sie innert zwei Monaten bereits etwa 15 Kilogramm Plastikdeckel gesammelt. Benötigt werden für die Ausbildung eines Hundes schliesslich 16,6 Tonnen. «Es klingt nach unfassbar viel. Es ist aber auch machbar. In den Niederlanden wurde seit 2015, als die Aktion ins Leben gerufen wurde, die Ausbildung von acht Hunden bezahlt», so Aarts.

Auf ihre Initiative hin haben bereits verschiedene Firmen und Institutionen in ihren Aufenthaltsräumen Behälter für die Deckelsammlung aufgestellt. Das freut Vater und Sohn: «Es ist schön zu sehen, wie viele mitmachen. Wir hoffen, dass sich der Trend in der ganzen Schweiz durchsetzt. In Sursee hat sich bereits eine sehr aktive Sammelgemeinde gebildet, die ihre Deckel jeweils einem Bekannten von uns zukommen lässt, welcher sie zu uns bringt.» Die Sammelaktion soll nachhaltig sein, deshalb sind die Aarts auf Unterstützung aus der ganzen Schweiz angewiesen, damit die Deckel schlussendlich ihren Weg zu ihnen finden. Um die Deckel sammeln zu dürfen, musste vorab bei Pet Schweiz angefragt werden, welche die Erlaubnis, bisher für die ganze Ostschweiz, erteilt hat. Weitere Bezirke sollen folgen. Ohne Deckel kommt Luft in die zusammengedrückte Pet-Flasche, welche das Volumen erhöht. «Wir sind sehr froh, dass uns die Bewilligung trotzdem erteilt wurde. Mit dem harten Plastik der Deckel können nämlich andere Dinge hergestellt werden als mit Pet, wie zum Beispiel Kabelschienen, was nun eine Firma in Eschlikon im Thurgau macht. Sie kaufen uns das Kilo Deckel für je 30 Rappen ab», erklärt Aarts.

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Herisauer Nachrichten vom Mittwoch, 27. März 2019, Seite 1 (6 Views)

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