E-Paper - 16. Januar 2019
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Mensch und Geld. Wer dient wem?

Wenn der Gemeindehaushalt in Wittenbach angespannt ist, plant man den Verkauf von Liegenschaften, die für das Ortsbild von relevanter Bedeutung sind. Nur zwei Jahre später sieht der Haushalt wieder besser aus und das Thema ist vom Tisch. Was sagt das über unsere gesellschaftlichen Prioritäten aus?

Sind das Ortsbild und die Geschichte opferbar für monetäre Bilanzen, «wenn es denn sein muss»? Wollen wir Identität für einen tieferen Steuerfuss opfern?

Ein Gegenentwurf ist dringend notwendig. Beispiel könnte hierfür sein: Die Bilanzierungsmatrix der Gemeinwohlökonomie für Unternehmen, Organisationen und öffentliche Verwaltungen arbeitet mit den Werten Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit und Mitbestimmung und Transparenz. Sie versteht sich als Ergänzung zur Finanzbilanz. So erhält Geld die Funktion des Mittels für notwendige Transaktionen und verliert den Charakter des eigenständigen Zwecks. Ein erfülltes Leben und gelingende Beziehungen unter den Menschen sowie mit der Um- und Mitwelt stehen wieder dort wo sie hingehören: im Zentrum unseres Wirtschaftens. Im Rahmen einer sinnorientierten Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung steigen jedenfalls die Chancen dafür.

Ein historisch gewachsenes Ortsbild, ästhetische Überlegungen sowie die Erhaltung des öffentlichen Charakters des Alten Dorfs scheinen mir wichtiger als ein tiefer Steuerfuss.

Michel Klein

Gossauer Nachrichten vom Mittwoch, 16. Januar 2019, Seite 19 (98 Views)

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