E-Paper - 17. Oktober 2018
Herisauer Nachrichten
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Der Historiker Thomas Fuchs hat in der Vorbereitung auf die WandelBar die wichtigsten Daten zusammengefasst. «Ich werde in meinem kurzen Vortrag an der WandelBar nicht nur auf die Eisenbahnerschliessung, sondern auch ganz besonders auf den Bau des Bahnhofs mit der Terrainveränderung im Zentrum eingehen. Dazu gibt es viele eindrückliche Fotos», so Fuchs, «besonders die Bahnlinie St.Gallen-Uznach, zu der der Halt in Herisau gehört, war damals eine technische Meisterleistung.»

Der Bahnhof ist heute ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt mit Verbindungen in alle Richtungen. Egal ob an den Bodenseee, über Gossau nach Bern oder nach Luzern und von dort aus nach Italien. Laut Thomas Fuchs war der Bahnhof früher aber fast wichtiger als heute. «Besonders für den Güterverkehr war Herisau früher unverzichtbar.»

Auch Thomas Fuchs findet eine Anpassung des Areals dringend notwendig: «Den heutigen Anforderungen ist der Bahnhof aber nicht mehr gewachsen. Insbesondere die vielen Buslinien finden keinen vernünftigen Platz.»

Das Erscheinungsbild des Bahnhofs hat sich in den letzten hundert Jahren durch kleinere als auch grössere Anpassungen immer wieder verändert. Mitte der 1970er Jahre wurde die komplette Gleisanlage umgebaut. Der Bahnhof erhielt sowohl Personenunterführungen, Perrondächer und ein Parkdeck. «Das Erscheinungsbild des Bahnhofs veränderte sich dadurch wesentlich», so Fuchs. Als einen architektonisch bemerkenswerten Bau bezeichnet Fuchs das Werkstattgebäude der Appenzeller Bahnen. «Hier sieht man die Architektursprache des neuen Bauens. Diese ist sonst im Appenzellerland kaum präsent.»

«Eine gute Sache»

Nicht in der Werkstatt der Appenzeller Bahnen, dafür aber im Depot werden die Interessierten bei der nächsten Wandelbar um 10.30 begrüsst, wo sie die Möglichkeit haben, sich zu informieren und über das neue Projekt zu diskutieren.

Werner Frischknecht befasst sich als Präsident der Stiftung Dorfbild bereits seit längerem mit dem Projekt und denkt dabei auch an die vieldiskutierte Arealentwicklung im Zentrum: «Eine besondere Herausforderung für Herisau wird sein, dass am Bahnhof kein neues Zentrum entsteht, das den historischen Ortskern konkurrenziert. Gefragt ist eine Ergänzung, die im Ortszentrum nicht erwünscht oder auch nicht möglich ist. Eine Ergänzung mit Nutzungen, für welche die Nähe zum ÖV-Angelpunkt besonders wichtig und attraktiv ist.»

Ausserdem sei es wichtig, die Verbindung zwischen dem Ortszentrum und dem Bahnhof städtebaulich zu schliessen:«Das was 1914 mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges abrupt gestoppt wurde, muss endlich vollendet werden.» Oftmals wurde der geplante neue Bahnhof in der Vergangenheit als das «Tor zum Appenzellerland» bezeichnet. Mit dem geplanten Neubau könne man nun dem Appenzellerland und insbesondere Herisau ein neues, freundliches Gesicht verpassen. Doch nicht nur die ästhetischen Vorteile sieht Frischknecht, sondern auch die nötigen baulichen Veränderungen. «Das vorliegende Projekt mit dem Busbahnhof, mit den vereinfachten Zufahrten, der zusätzlichen Fussgängeranbindung und mit den nötigen Gleisverschiebungen passt die Grundstrukturen den heutigen Anforderungen an und bietet gleichzeitig die Chance für eine bauliche Entwicklung, die aus heutiger Sicht Sinn macht. Das wird eine gute Sache.»

Herisauer Nachrichten vom Mittwoch, 17. Oktober 2018, Seite 34 (5 Views)

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