E-Paper - 17. Oktober 2018
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Ungenügende Schmerzbekämpfung von Sterbenden

Die das Pflegeperson herausfordernde Versorgung von palliativen Patientinnen und Patienten in der Terminalphase muss weiter verbessert werden. Der Bedarf an Palliativpflege wird zunehmen, weil die Menschen immer älter werden und unheilbare, chronisch fortschreitende Krankheiten häufiger auftreten. Doch die Personalsituation ist knapp und die Forschung lässt ebenfalls zu wünschen übrig.

Palliativpflege Dies geht aus der Bachelor-Arbeit von Melissa Künzli-Diezi an der Fachhochschule St.Gallen, Fachbereich Gesundheit, hervor, die den Titel «Erfahrungen von Pflegefachpersonen in der Versorgung von palliativen Patientinnen und Patienten in der Terminalpflege» trägt. Danach steht der Bedarf an Palliativversorgung und die Zunahme der Komplexität einem abnehmenden beziehungsweise stagnierenden Pflege- und Unterstützungsangebot gegenüber. Folglich ist mit einer Zunahme des Leids der Patientinnen und Patienten, der Angehörigen, aber auch der Pflegefachpersonen zu rechnen.

Obwohl in der Schweiz die meisten Menschen gerne zu Hause sterben würden, findet die Versorgung von palliativen Patientinnen und Patienten in der Terminalphase vermehrt in Institutionen wie Spitäler, Kliniken, Hospizen sowie Alters- und Pflegeheimen statt. Auch dies erhöht den Bedarf an entsprechenden Pflegefachleuten.  

Umfassende Versorgung gefordert

Nach der Autorin sollte der Fokus auf eine umfassende Versorgung gelegt werden. Es besteht der dringende Bedarf einer verbesserten Zusammenarbeit zwischen Pflegefachpersonen und dem Versorgungsteam. Neben Wissen in Bezug auf  Symptom- und Schmerzmanagement sowie Kommunikationsfähigkeit brauchen Pflegefachpersonen eine Optimierung der Rahmenbedingungen, damit sie sich wichtige Fähigkeiten aneignen können, die die Arbeitsbelastung reduzieren.

Weiter fordert Melissa Künzli-Diezi, dass die Ausbildungs- und Gesundheitsinstitutionen den Lernstoff und die Weiterbildungsmöglichkeiten an die heutigen Erfordernisse anpassen. Mehr Unterstützung durch das Team und die Pflegeleitung wird verlangt. Weitere Forschungen auf diesem Gebiet sind erforderlich.

Mehr Wissen und mehr Forschung tun Not

Physische Symptome werden nach der Autorin heute häufig unzureichend behandelt. Zu erleben, wie eine Patientin oder ein Patient leidet, ist für Pflegefachpersonen ein grosser Stressfaktor. Pflegefachpersonen fühlen sich in diesen Situationen ungenügend vorbereitet. Des Weiteren ist das Spital als häufiger Sterbeort nicht auf die Versorgung in der Terminalphase ausgerichtet, was weitere umgebungsbedingte Probleme mit sich bringt. Wichtig wäre aber, die Schmerzen kontinuierlich einzuschätzen, da die Patientinnen und Patienten in der Terminalphase die eigenen Bedürfnisse oft nicht mehr verbal kommunizieren können. Eine gute Zusammenarbeit innerhalb des interdisziplinären Behandlungsteams ist wichtig, um die Patientinnen und Patienten umfassend zu betreuen. Die Pflegefachpersonen wünschen sich mehr Wissen über Palliative Care, Schmerz- und Symptommanagement. Ungenügend behandelte Schmerzen gehören zu den am meisten frustrierenden Herausforderungen in der Terminalphase. Zudem wäre es für junge Mitarbeitende vorteilhaft, vermehrt Unterstützung durch erfahrene Mitarbeitende zu bekommen. we

Herisauer Nachrichten vom Mittwoch, 17. Oktober 2018, Seite 19 (30 Views)

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