E-Paper - 30. Oktober 2014
St.Galler Nachrichten
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Kommentar

Das Rennen bleibt offen

Die Stadtrats-Ersatzwahl von Ende November in St.Gallen bleibt spannend. Die CVP konnte sich für keinen der drei Kandidierenden Peter Jans (SP), Barbara Frei (FDP) und This Bürge (parteilos) entscheiden. Nachdem sich die drei vorgestellt hatten, beschloss die CVP Stimmfreigabe. Hätte sich die CVP für einen Kandidaten entschieden, wäre das Rennen mehr oder weniger gelaufen, denn diesmal spielt die CVP das Zünglein an der Waage. Doch jetzt ist ziemlich alles offen.

Es zeigt sich, dass sich alle drei in hohem Masse bemühen, extreme Standpunkte zu vermeiden, um nicht anzuecken und damit Stimmen zu verlieren. Daher ist es schwierig, das Profil zu erkennen. Klar auf jeden Fall ist, dass Peter Jans und Barbara Frei über sehr gute Kenntnisse der St.Galler Politik.

Zweifellos steht Peter Jans aufgrund seiner früheren politischen Tätigkeit klar links, während Barbara Frei im Stadtparlament klar rechts mit der Haltung der FDP politisiert hat, was in den Diskussionen jetzt etwas verschleiert wird. Deutlich ist die Ausrichtung von Jans in der Verkehrspolitik, wo er klar für den ÖV und den Langsamverkehr Stellung bezieht, während er Ausbauten für den motorisierten Privatverkehr konsequent ablehnt, auch die vorgesehene neue Spange. Trotzdem gilt Jans nicht als «Fundi», sondern dürfte auch für Kompromisse zu haben sein. Seine Ausgangslage ist derzeit deshalb nicht schlecht, da die SP im Stadtrat nicht vertreten ist. Für Barbara Frei dürfte die Sanierung der städtischen Finanzen wahrscheinlich noch wichtiger sein als für Jans, da sie eine Steuerfuss-Erhöhung unbedingt vermeiden möchte. Auch darf sie einen gewissen «Frauen-Bonus» erwarten.

Franz Welte

St.Galler Nachrichten vom Donnerstag, 30. Oktober 2014, Seite 3 (238 Views)

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