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Ergebnisoffene Prüfung versprochen

Von Franz Welte

Beim Projekt eines Pferdesportzentrums auf dem östlichen Teil des Breitfeldes geht es bis jetzt bloss um eine Projektskizze, die der Verband Ostschweizerischer Kavallerie- und Reitvereine (OKV) der Stadt unterbreitet hat. Die Vorabklärungsphase seitens der Initiantinnen und Initianten ist noch nicht abgeschlossen.

Pferdesportzentrum Wie der St.Galler Stadtrat in Beantwortung eines politischen Vorstosses von Doris Königer und Lisa Etter Steinlin (beide SP) weiter erklärt, umfasst die Idee insbesondere eine Trainingshalle, Stallungen und Aussenplätze. Diese Anlagen würden auf der östlichen Hälfte der grossen Breitfeldwiese zu liegen kommen, die dem Bund gehört. Die städtische Parzelle (Sportanlage Gründenmoos) wäre nur am Rande betroffen. Denkbar wäre insbesondere eine allfällige multifunktionale Nutzung des obersten Stockwerkes des Tribünengebäudes als Schulungsraum. Für neue Anlageteile oder eigentliche Einbauten besteht auf der städtischen Sportanlage Gründenmoos kaum ein Handlungsspielraum, denn nebst dem CSIO finden weitere bewährte Veranstaltungen im Sinne einer temporären Nutzung statt, insbesondere die Heimspiele des FC Winkeln, der Rugby Bishops Cup oder verschiedene Fussball-Turniere.

Weiter legt der Stadtrat dar, dass die Realisierbarkeit eines Pferdesportzentrums eine Frage sei, welche zunächst die Initiantinnen und Initianten mit dem Bund respektive mit der Armee klären müssen. Der Bund ist in einem viel stärkeren Ausmass betroffen als die Stadt St.Gallen.

Fragen des Amphibienlaichgebiets

Zur Frage des Amphibienlaichgebiets erklärt der Stadtrat, ob dieses betroffen sein könnte, hängt von der beabsichtigten Lage des Pferdesportzentrums ab, die der Stadt heute nicht bekannt ist. Das Amphibienlaichgebiet erstreckt sich nicht über das gesamte Breitfeld. Seitens der Stadt wurden bisher keine gezielten Abklärungen zur Frage der Zonenkonformität respektive zu einer allfälligen Zonenplanänderung eingeleitet. Sollte sich aus den Gesprächen eine Machbarkeitsabklärung oder ein konkretes Projekt entwickeln, wären diese Fragen sehr sorgfältig und umfassend zu prüfen. Stellen des Bundes und des Kantons wurden von der Stadt bisher keine kontaktiert.

Noch nicht gesagt werden kann gemäss Stadtrat, inwieweit die Notwasserversorgung der Stadt betroffen wäre. Sollte ein konkretes Projekt entstehen, wäre auch diese Frage zu prüfen. Es lässt sich aber schon heute feststellen, dass bauliche Eingriffe, Bodenversiegelung und verstärkte Nutzung des Breitfelds sowohl die Wassermenge als auch die Qualität des Grundwassers vermindern können.

Idee entspricht der Vision 2030

Dass der Stadtrat die Idee mit Interesse verfolgt, geht auch auf die Vision 2030 zurück, wo unter anderem zu lesen ist: «Um dem Anspruch an eine Zentrumsstadt gerecht zu werden und im nationalen und internationalen Wettbewerb bestehen zu können, sind laufend Anstrengungen und Investitionen sowohl in den Inhalt als auch in die Infrastruktur nötig. St.Gallen will sich auch in Zukunft als innovative, sportbegeisterte und kulturell inspirierende Stadt positionieren.» Für den Stadtrat entspricht die Projektskizze grundsätzlich dieser Vision. Daher erachtet er es als wichtig, das Vorhaben «ergebnisoffen» zu prüfen. Es ist ihm aber bewusst, dass es sich um ein sensibles Gebiet  handelt.


Herisauer Nachrichten vom Mittwoch, 10. April 2019, Seite 13